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Was der Stuhlgang über unsere Gesundheit verrät

Anblick, Form, Farbe, Geruch: unser Kot liefert zahlreiche Informationen über unseren Gesundheitszustand. Was Sie über die menschlichen Exkremente wissen sollten. 

Es handelt sich um ein Thema, über das wenig gesprochen wird, aus Scham oder weil man sich ekelt, und über das man sich nur selten Gedanken macht, es sei denn, es funktioniert nicht wie gewohnt. Das ist schade. Unser Stuhl enthält nämlich wichtige Informationen über den Gesundheitszustand unseres Darms. Allerdings muss man unterscheiden können, was üblich ist und was nicht, und die Zeichen erkennen, die Anlass zur Sorge sind. Beginnen wir mit dem Normalfall: «Theoretisch hat man ein- bis zweimal pro Tag Stuhlgang. Es gibt keinen Standard, aber es ist wichtig, dass sich der Darm ohne grosse Anstrengungen entleert, dass der Stuhlgang keine Schmerzen verursacht und dass man nicht mehr als drei Minuten auf der Toilette sitzt», erklärt Professor Jean-Louis Frossard, Leiter der Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsspital Genf.

Menge

95 Prozent der in Industrieländern lebenden Menschen scheiden in der Regel 200 bis 300 Gramm Kot pro Tag aus, unabhängig von ihrer Grösse, ihrem Gewicht und ihrer Ernährung. Vegetarier stellen eine Ausnahme dar, denn ihr Stuhl enthält mehr Ballaststoffe. «Das ist ein Zeichen dafür, dass der Körper die Nahrung gut assimiliert.»

Eine dauerhafte Veränderung von Stuhlfarbe, -konsistenz oder -menge kann auf eine mehr oder weniger starke Funktionsstörung des Magens oder des Darms hinweisen. So spricht man bei einer Stuhlmenge von mehr als 300 Gramm pro Tag von Durchfall. «Geht dieser mit einer Gewichtsabnahme einher, ist eine medizinische Untersuchung angebracht.» Im Gegensatz dazu kommt es bei Verstopfung laut Definition weniger als dreimal pro Woche zur Darmentleerung. Auch in diesem Fall ist eine Behandlung notwendig.

Farbe

Normalerweise hat der Stuhl eine hellbeige bis dunkelbeige Farbe. «Ist der Kot rot und wird in grossen Mengen ausgeschieden, kann dies auf eine akute Blutung hindeuten. Es empfiehlt sich, noch am selben Tag einen Arzt zu konsultieren.» Von Blut überzogener Stuhl weist oft auf banale Hämorrhoiden hin und erfordert keine dringende Konsultation. Schwarzer Stuhl kann durch eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel verursacht werden, aber diese Farbe kann auch ein Anzeichen für verdautes Blut, also eine Blutung im Magen, sein, weshalb eine Untersuchung in den folgenden Tagen angebracht ist. Ist der Stuhl kittfarben, hängt das Problem oft mit einer Verstopfung des Gallengangs zusammen, kann aber auch durch bestimmte Medikamente verursacht werden. Deshalb ist es ratsam, in den folgenden Tagen einen Arzt zu konsultieren.

Form

Der Stuhl hat für gewöhnlich die Form einer Banane. «Wird er fadenförmig, ist eine Verstopfung zu befürchten.» Hält das Problem länger an, sollte in den folgenden Tagen ein Arzt konsultiert werden. Die Produktion von Kügelchen, die wiederholt in kleinen Mengen ausgeschieden werden, kann ein Anzeichen für einen Reizdarm sein. Treten zudem Unterleibsbeschwerden auf, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Geruch

Der Geruch des Stuhls hängt weniger von der Ernährung ab, als von den Bakterien, die den menschlichen Darm besiedeln. Einige Bakterien zersetzen was sich im Dickdarm befindet und erzeugen dabei übel riechende flüchtige Verbindungen. Dies gilt z. B. für Morbus Crohn, eine Krankheit, die vermehrt zum Entweichen von sehr übel riechenden Darmwinden führt.

Wirtsorganismen

Es kann auch vorkommen, dass man, nach einer Reise, kleine Organismen auf der Oberfläche des Stuhls bemerkt. «Es handelt sich hierbei um Parasiten, Würmer, die eine medizinische Konsultation erfordern.»

Welche Ernährung bei Durchfall?

Bei Durchfall ist es wichtig, viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und eine Dehydratation zu vermeiden. Neben Wasser und Kräutertees sollten Sie auch leicht verdauliche Suppen zu sich nehmen, um Ihren Darm zu schonen. Diese Speisen sollten eher flüssig und reichlich gesalzen sein, um die Rehydratation zu erleichtern. Ein Cola, dem man zuvor die Kohlensäure entzogen hat, kann auch gegen Durchfall helfen. Bevorzugen Sie gekochtes Gemüse, das wenig Ballaststoffe enthält (Kartoffeln, Karotten). Was das Obst betrifft, sind Pampelmuse, Banane, Clementine und Ananas besonders zu empfehlen. Vergessen Sie nicht, stärkehaltige Nahrungsmittel wie weissen Reis, Griess oder Nudeln zu sich zu nehmen. Vermeiden Sie hingegen ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie ungeschältes Obst, rohes Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkorngetreide.

Und bei Durchfall?

Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Nahrungsmittel: Obst, Gemüse, Getreideprodukte oder Hülsenfrüchte. Trinken sie viel, damit sich die Ballaststoffe aufblähen und die Verdauung anregen können. Denken Sie an Säfte wie Apfel-, Melonen- und Zwetschgensaft, die für ihre natürliche abführende Wirkung bekannt sind.


Quelle: https://www.planetesante.ch/Magazine/Alimentation-et-nutrition/Constipation/Les-selles-et-leurs-mysteres

Bild: ©iStock/nycshooter

Autoren:

  • Patricia Bernheim 

Experten:

  • Pr Jean-Louis Frossard